Der Baukredit Ratgeber Blog
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Entwicklung der Bauzinsen 2011

Die Zinskosten für Baufinanzierungen haben in den letzten 12 Monaten eine sehr interessante Entwicklung genommen, denn im Sommer 2010 konnte man von äußerst günstigen Konditionen profitieren, welche sich in Zinssätzen von unter 2,80% p.a. für 10jährige Baudarlehen äußerten. Zum Ende des Jahres 2010 und in den ersten Monaten dieses Jahres stiegen die Bauzinsen deutlich an und erreichten mit durchschnittlich ca. 3,80% Zinsen bei einer Zinsbindung von 10 Jahren im April 2011 ihren Höhepunkt. Trotz aller Annahmen sanken die Kosten für Immobilienfinanzierung danach jedoch wieder, um aktuell einen noch tieferen Stand zu erreichen als im Sommer 2010. Wer momentan einen Baukredit mit einer 10 jährigen Zinsbindung in Anspruch nehmen möchte, bekommt diesen für ca. 2,70% pro Jahr, wenn die Bonität und die Eigenkapitalquote stimmen. Nachfolgend soll aufgezeigt werden, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist und welche Einflussfaktoren auf die Zinsen im Baubereich wirken.


Die Bauzinsen sind von verschiedenen Faktoren abhängig

Die Entwicklung der Zinsen für Immobilienkredite hängt einerseits von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und andererseits auch von den Zinsen für Pfandbriefe ab, weil die Anbieterbanken ihre Hypothekendarlehen auf diese Art und Weise besichern. Gerade die Konditionen für Pfandbriefe sind aktuell der Hauptgrund dafür, dass man als potenzieller Bauherr so günstige Finanzierungskonditionen in Anspruch nehmen kann. Aufgrund der Griechenland-Krise sind sehr viele Anleger nahezu in Panik geraten und haben auf vermeintlich sichere Bundesanleihen gesetzt, was deren Rendite auf ein Rekordtief katapultiert hat. Die Zinssätze der Bundesanleihen beeinflussen die Kosten für die Pfandbriefe, die wiederum auf die Bauzinsen wirken und deshalb für äußerst günstige Immobilienfinanzierungen sorgen. Viele Anbieter geben das Kostensenkungspotenzial aufgrund der günstigen Absicherung an die Kunden weiter und sorgen somit für äußerst niedrige Zinskosten.

Die Zinspolitik der EZB würde aktuell eher für steigende Zinsen sprechen

Auch wenn die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik normalerweise einen großen Einfluss auf die Zinsen von Darlehen und auch Immobilienfinanzierung hat, wird dieser Effekt momentan durch die günstigen Besicherungsmöglichkeiten mit Pfandbriefen überlagert. Ansonsten müssten die Bauzinsen nämlich tendenziell steigen, weil die EZB die Leitzinsen bereits zweimal um 0,25 Prozentpunkte auf insgesamt 1,50% angehoben hat. Diese Kostensteigerung wird durch die Kostensenkung an anderer Stelle überlagert und sorgt unter dem Strich dafür, dass sehr viele Menschen sich den Traum von den eigenen vier Wänden aktuell zu so günstigen Konditionen erfüllen können.

Wie lange werden die Konditionen für Baukredite noch so günstig bleiben?

Natürlich fragt man sich als potenzieller Hausbesitzer nun, wie lange man noch mit so günstigen Baukonditionen rechnen kann. Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten, denn die zukünftige Entwicklung hängt von Faktoren ab, die kaum vorhersehbar sind. Sollte die Griechenlandkrise sich ausweiten, könnte es eine längere Periode sehr günstiger Zinskonditionen für Baufinanzierungen geben, wohingegen eine rasche Lösung dazu beitragen könnte, dass schon bald wesentlich höhere Zinssätze von den Banken berechnet werden. Aus diesem Grund ist es schwierig, zu sagen, wie man sich verhalten soll, um möglichst viel Geld bei der eigenen Baufinanzierung zu sparen.

Bereits geplante Immobilienfinanzierungen möglichst bald durchführen

Wer sein Finanzierungsvorhaben bereits durchgeplant hat, sollte sich in der jetzigen Situation nicht mehr allzu viel Zeit lassen und sich möglichst bald ein entsprechendes Angebot suchen. Auf diese Weise kann man nämlich sicher sein, noch von den attraktiven Konditionen zu profitieren, bevor eine Veränderung der aktuellen Situation eintritt und solche Darlehen nur noch zu höheren Zinssätzen erhältlich sind. Trotzdem ist es wichtig, vorher eine genaue Planung seiner Baufinanzierung vorzunehmen, um später keine bösen Überraschungen erleben zu müssen. Hierbei sollte man insbesondere Wert darauf legen, das mögliche Eigenkapital zu checken, die Zinsbindungsfrist richtig zu wählen und ein attraktives Objekt zu finden.

Die aktuelle Zinssituation durch ein Forward Darlehen nutzen

Eine weitere Möglichkeit, die jetzigen Baukonditionen auch in der Zukunft noch nutzen zu können, besteht darin, ein Forward Darlehen in Anspruch zu nehmen. Auf diese Weise kann man sich nämlich bereits jetzt einen Baukredit mit den aktuellen Zinssätzen reservieren und diesen für bis zu 60 Monate in der Zukunft bereitstellen lassen. Ein solcher Schritt ist natürlich mit entsprechenden Bereitstellungszinsen verbunden, welche je nach Anbieter variieren. Wer schon in den nächsten 3-12 Monaten eine Baufinanzierung durchführen möchte, kann auch ein normales Baudarlehen nutzen, denn viele Banken bieten zinsfreie Bereitstellungszeiten von bis zu 12 Monaten an.

Die niedrigen Bauzinsen bieten tatsächlich tolle Chancen

Unter dem Strich bietet die aktuelle Zinssituation im Baubereich wirklich tolle Chancen, denn es war selten zuvor dermaßen günstig, eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu finanzieren. Wer seine Planungen bereits größtenteils abgeschlossen hat, sollte möglichst bald zuschlagen, denn niemand weiß, wie lange es noch solch paradiesische Zinskonditionen gibt. Sind die eigenen Planungen noch so weit fortgeschritten, kann es unter Umständen sinnvoll sein, sich ein Forward Darlehen zu reservieren oder die zinsfreie Bereitstellungszeit in Anspruch zu nehmen, um von den günstigen Zinssätzen zu profitieren. Diese Überlegungen sollten jedoch erst nach der Bewertung der eigenen Situation angestellt werden, um auch wirklich alle Eventualitäten zu berücksichtigen.

(Quelle immobilienfinanzierung.com)